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Qualitätsziel

Selten postoperative Wundinfektionen (Risikoadjustierung nach den Kriterien der CDC)

Qualitätsindikator

Wundinfektionen und Abszesse sind Komplikationen im postoperativen Verlauf, die für den Patienten mit subjektivem Krankheitsgefühl, einem verlängerten stationären Aufenthalt, verzögerter Erholung und Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit einhergehen.

Von Seiten der Krankenhäuser wird versucht, das Wundinfektionsrisiko durch Maßnahmen wie z.B. den Bau geeigneter Operationsräume, Hygienevorschriften und die routinemäßige Durchführung einer Antibiotikaprophylaxe bei bestimmten Operationen zu reduzieren. Die Effektivität einer Reihe prophylaktischer Maßnahmen ist in der wissenschaftlichen Literatur mit hoher Evidenz belegt. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse hat die US-amerikanische Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) Richtlinien erstellt, die detaillierte Handlungsanweisungen zur Verringerung des postoperativen Wundinfektionsrisikos geben (Mangram et al. 1999).

Das Risiko für eine postoperative Wundinfektion wird jedoch nicht allein durch die Qualität der ärztlichen oder pflegerischen Leistung beeinflusst. Die CDC haben Risikofaktoren identifiziert und einen Score zur Beurteilung des präoperativen Wundinfektionsrisikos entwickelt (Culver et al. 1991). In die Berechnung dieses Scores gehen die Merkmale Operationsdauer, ASA-Risikoklasse und präoperative Wundkontaminationsklasse ein. Die Anwendung dieses Scores ermöglicht einen Vergleich risikoadjustierter Wundinfektionsraten.

Für die Definition postoperativer Wundinfektionen werden die Definitionen der CDC in der Übersetzung des Nationalen Referenzzentrums für Surveillance von nosokomialen Infektionen verwendet (Steinbrecher et al. 2002).

Methodik

Rechenregel:
Grundgesamtheit: Alle Patienten mit Risikoklasse 0

Zähler: Patienten mit postoperativen Wundinfektionen

Erläuterung der Rechenregel:
Risikoklassen werden gebildet gemäß NNIS (National Nosocomial Infections Surveillance der Centers for Disease Control).
Es wird jeweils ein Risikopunkt vergeben, wenn

  • ASA ≥3,
  • OP-Dauer >75%-Perzentile der OP-Dauerverteilung in der Grundgesamtheit,
  • ein kontaminierter oder septischer Eingriff vorliegt.

Patienten der Risikoklasse 0 haben 0 Risikopunkte.

Referenzbereich

Referenzbereich: ≤5,9% (95%-Perzentile)

Erläuterung zum Referenzbereich: Ein Vergleich mit Daten aus der Literatur (Steinbrecher et al. 2002) ist aufgrund der sehr kurzen postoperativen Verweildauer deutlich eingeschränkt. Daher hat die Fachgruppe Viszeralchirurgie hier eine Perzentile als Referenzbereich festgelegt.

Bewertung

Die Gesamtrate von Wundinfektionen bei Patienten der Risikoklasse 0 von 1,66% ist Ausdruck sehr guter Versorgungsqualität.

Es ist festzustellen, dass die Klassifikationskriterien der CDC noch nicht durchgängig korrekt angewendet werden. So wurde in 48,34% der Fälle die Appendektomie als „aseptischer Eingriff“ dokumentiert, obwohl Eingriffe an der Appendix gemäß der Definition der CDC jedoch mindestens als bedingt aseptische (potenziell kontaminierte) Eingriffe gelten müssen. Die Zuordnung eines Patienten zur Risikoklasse 0 ist jedoch durch diese Fehldokumentation nicht beeinflusst, so dass die Bewertung dieser risikoadjustierten Rate aufrechterhalten werden kann.

Angesichts der Tatsache, dass eine risikoadjustierte Differenzierung der postoperativen Wundinfektionsraten vorgenommen wurde, sind hohe Wundinfektionsraten in der Risikoklasse 0 von bis zu 16,4% unbedingt im Strukturierten Dialog zu klären.