Zusammenfassung
Im Leistungsbereich Kataraktoperation werden stationäre Eingriffe an
Augen dokumentiert, die durch Linsentrübung sehbeeinträchtigt sind. Die
Entfernung der Linse mit Implantation einer Kunstlinse wird
dokumentiert. Ambulante Eingriffe werden nicht erfasst. Von insgesamt
15 Qualitätszielen wurden zwei für die Berichterstattung im
BQS-Qualitätsreport ausgewählt. Ein Qualitätsziel betrachtet Aspekte
der Ergebnisqualität, das andere Qualitätsziel betrachtet die
Prozessqualität.
Intraoperative Besonderheiten: Glaskörperprolaps mit vorderer Vitrektomie:
Eine
mögliche Komplikation der extrakapsulären Linsenextraktion ist der Riss
der hinteren Linsenkapsel, durch den es zum Vorfall (Prolaps) des
Glaskörpers in die Vorderkammer kommen kann. Dieses Ereignis macht in
der Regel die so genannte vordere Entfernung des vorgefallenen
Glaskörperanteils (Vitrektomie) erforderlich.
66.472 Patienten ohne dokumentierte Risiken wurden mit der
Standardindikation mit der Operationsart Phakoemulsifikation ohne
kombinierte Operation behandelt. Die Gesamtrate von 0,92% für den
Glaskörperprolaps dieser Patienten ist im Vergleich zur Literatur im
unteren erwarteten Bereich.
Bei der Betrachtung der Krankenhausergebnisse zeigte sich eine
Spannweite zwischen 0,0 und 13,0%. Bei allen 609 Patienten, bei denen
ein Glaskörperprolaps mit vorderer Vitrektomie als intraoperative
Besonderheit dokumentiert wurde, soll im Rahmen des Strukturierten
Dialogs eine Einzelfallanalyse (Sentinel-Event-Indikator) durchgeführt
werden.
Re-Operation: Komplikationen, die einer erneuten Operation bedürfen,
stellen ein nicht befriedigendes Ergebnis dar und bedeuten eine
Belastung für den Patienten. Bei 78.800 Patienten mit
Standardindikation und Phakoemulsifikation lag die Gesamtrate von
Re-Operationen bei 0,47%. Die Fachgruppe stellt fest, dass zurzeit
keine geeigneten Vergleichszahlen in der Literatur existieren, und
empfiehlt, dieses Ergebnis des Jahres 2003 als Vergleichswert für
spätere Verfahrensjahre heranzuziehen. Bei der Betrachtung der
Krankenhausergebnisse zeigte sich eine Spannweite von 0,0 bis 7,5%.
Aufgrund fehlender Vergleichswerte in der Literatur wurde für das
Erhebungsjahr 2003 kein Referenzbereich festgelegt. Der Strukturierte
Dialog beschränkt sich auf die Überprüfung der Datenvalidität bei
Krankenhäusern mit einer Fallzahl von mindestens 450 Fällen ohne
dokumentierte Re-Operation.
Bei den stationär erbrachten Eingriffen ist die Verweildauer
inzwischen so kurz, dass die Ergebnisqualität nur eingeschränkt
beurteilt werden kann. Der wichtigste Qualitätsindikator, die
Verbesserung des Sehvermögens, kann zurzeit nicht abschließend
eingeschätzt werden, da das Ergebnis erst mehrere Wochen nach dem
Eingriff zuverlässig zu erheben ist.
Die Fachgruppe spricht sich dafür aus, ambulant durchgeführte
Operationen und eine Verlaufsbeobachtung zur Ermittlung der
Ergebnisqualität in die Qualitätssicherung einzubeziehen.