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Zusammenfassung

Der Operationserfolg einer unikompartimentalen Kniegelenk-Endoprothese hängt vor allem von der richtigen Indikationsstellung ab. Die typische Indikation für diese Endoprothese wird im einseitigen, überwiegend binnenseitigen Kniegelenkverschleiß bei nicht allzu aktiven Patienten mittleren Alters gesehen. Für die Berichterstattung im BQS-Qualitätsreport wurden zwei Qualitätsziele ausgewählt, welche die Ergebnisqualität betrachten.

Die postoperative Beweglichkeit lässt sich mit der international etablierten Neutral-Null-Methode vergleichbar und überprüfbar untersuchen. Der Indikator mit dem Qualitätsziel „Möglichst oft postoperative Beweglichkeit Extension/Flexion von mindestens 0/0/90“ bildet mit den geforderten Bewegungsausmaßen, die einen sicheren Gang und Aufstehen von einem Stuhl ohne Hilfe ermöglichen, einen hohen Anspruch an die Beuge- und Streckfähigkeit ab.

Bei Kniegelenk-Schlittenprothesen lag die Rate der Fälle mit erreichter postoperativer Beweglichkeit von mindestens 0/0/90 bei 60,93% und war fast identisch mit der entsprechenden Rate bei Knie-Totalendoprothesen (60,40%). Die Rate entspricht den Erwartungen der Fachgruppe und spiegelt eine gute Versorgungsqualität wider. Die Spannweite der Krankenhausergebnisse war mit 0,9 bis 100,0% extrem. Zwei von 43 Krankenhäusern lagen außerhalb des Referenzbereichs (5%-Perzentile). Dort soll im Strukturierten Dialog überprüft werden, ob sehr kurze Verweildauern oder Dokumentationsprobleme die Ergebnisse mit verursacht haben.

Wundinfektionen in der endoprothetischen Gelenkchirurgie sind gefürchtete Komplikationen. Im ungünstigen Fall führen Infektionen zum Prothesenwechsel, möglicherweise aber auch zum Prothesenverlust mit der Notwendigkeit einer Versteifungsoperation des Kniegelenkes oder gar zur Amputation. Eine Maßnahme zur Infektionsbehandlung hat in der Regel eine Beeinträchtigung des Patienten, eine Verlängerung des Aufenthaltes und einen Anstieg der Kosten zur Folge.

Die Fachgruppe Orthopädie und Unfallchirurgie verwendet für die Beurteilung von Infektionsraten patientenbezogene Risikoklassen und Schweregradeinteilungen der Wundinfektionen des National Nosocomial Infections Surveillance System (NNIS) der amerikanischen Centers for Disease Control (CDC), die in einer deutschen Übersetzung des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) vorliegen.

Bei Schlittenprothesen lag die Rate postoperativer Wundinfektionen bei 0,43% und damit erwartungsgemäß niedriger als bei Knie-Totalendoprothesen. Mit Blick auf die Vergleichszahlen des NRZ handelt es sich um ein gutes Versorgungsergebnis. Allerdings ist bei der NRZ-Rate zu berücksichtigen, dass hier Knie-TEP- bzw. Schlittenprothesen-Erstimplantationen und Prothesenwechsel nicht differenziert werden.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse betrug 0,0 bis 4,3%. Vier Krankenhäuser lagen außerhalb des Referenzbereichs (≤ 2%). Für Patienten der Risikoklasse 0 betrug die Gesamtrate der postoperativen Wundinfektionen 0,40%. Auch bei diesem Kollektiv ist das Versorgungsergebnis gut. Es wurden neun oberflächliche und keine tiefe Wundinfektion dokumentiert. Die Spannweite der Ergebnisse bei Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen, betrug hier 0,0 bis 3,0%. Eines von 26 Krankenhäusern lag außerhalb des Referenzbereichs von 1%.

Anhand der Ergebnisse zeigt sich, dass ein externer Krankenhausvergleich in Leistungsbereichen mit geringen Fallzahlen problematisch ist. Dieser Leistungsbereich wurde daher seit Anfang 2004 von der bundesweiten Dokumentationsverpflichtung für die externe Qualitätssicherung ausgenommen.