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Zusammenfassung

Die Behandlung der Erkrankung Brustkrebs hat sich in den vergangenen Jahren durch neue Therapieverfahren und neue Versorgungsstrukturen und -konzepte (Brustzentren, Disease-Management-Programme) gewandelt. Für viele der jährlich ca. 47.500 Neuerkrankten gibt es Behandlungsalternativen mit vergleichbaren Überlebensraten. Vorrangiges Ziel ist in diesen Situationen die bestmögliche Lebensqualität. Um die Betroffenen konsequent in den Entscheidungsprozess mit einbeziehen zu können, bedarf es transparenter Informationen zu Therapieverfahren und Leistungserbringern. Vier der auf der Basis hochwertiger Leitlinien entwickelten Qualitätsindikatoren hat die Fachgruppe ausführlich bewertet. Zwei davon, die die Indikationsstellung und Aspekte der Prozessqualität betrachten, werden hier zusammengefasst dargestellt.

Die Indikation zur brusterhaltenden Therapie ist der Wunsch der Patientin nach Organerhalt. Voraussetzungen dafür sind unter anderem tumorbiologische Eigenschaften des Brustkrebses, aber auch das Einverständnis der Patientin insbesondere zur obligaten Nachbestrahlung der Restbrust. In Deutschland wurde bei günstigen Tumorgrößen bis 2cm in 75,78% der Fälle brusterhaltend operiert. Es ist nicht möglich und erstrebenswert, hier feste Raten als Qualitätsstandard festzulegen. Bei den Krankenhäusern mit den niedrigsten oder aber auch höchsten Raten besteht die Vermutung, dass die Präferenz der Patientin oder tumorbiologische Kriterien nicht ausreichend in die Entscheidung eingeflossen sind. Eine vertiefte Analyse der Ergebnisse wird für 20 auffällige Krankenhäuser von insgesamt 211 Krankenhäusern empfohlen.

Hormonrezeptoren ermöglichen die Stimulation des Zellwachstums im Brustdrüsengewebe durch die weiblichen Geschlechtshormone. Die routinemäßige Bestimmung der unterschiedlich ausgeprägten Rezeptordichte im Tumorgewebe gilt als Standard, da der Krankheitsverlauf günstiger bei Frauen mit rezeptorpositiven Tumoren ist. Unter Einbeziehung zusätzlicher Faktoren wird eine individuell adaptierte Therapie eingeleitet, wodurch das Behandlungsergebnis verbessert werden kann. Rezeptoren können dabei als primärer Ansatzpunkt speziell antiöstrogen wirksamer Medikamente genutzt werden. Eine Rezeptoranalyse wurde bei 96,50% der Brustkrebsoperationen dokumentiert. Bei diesem insgesamt hohen Versorgungsniveau lagen allerdings 85 von 469 Krankenhäusern außerhalb des angestrebten Bereiches von über 95%. Bei diesen Krankenhäusern sollen die Ursachen der Auffälligkeit geklärt werden.

Mit dem Ziel einer umfassenderen Bewertung der Versorgung werden seit 2004 nicht nur bösartige, sondern auch gutartige Gewebeveränderungen der Brust in die Qualitätssicherung einbezogen. Indirekt werden dadurch Rückschlüsse auf die Qualität der vorausgegangenen Diagnostik ermöglicht. Zum Zwecke einer hohen Transparenz des gesamten Leistungsgeschehens und eines gleichzeitig vertretbaren Dokumentationsaufwandes fordert die Fachgruppe eine sektor- und fachübergreifende Qualitätssicherung der gesamten Versorgungskette. Das bereits implementierte Verfahren der BQS kann auf dem Weg zu diesem Ziel einen wichtigen Beitrag leisten.