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Qualitätsziel

Hoher Anteil an Patienten mit selbstständigem Gehen bei der Entlassung

Hintergrund des Qualitätsindikators

Ziel des künstlichen Hüftgelenkersatzes ist insbesondere eine schmerzfreie Gehfähigkeit. Bei vielen Patienten bestehen auch 6 Monate nach der Operation noch Gangauffälligkeiten und Unregelmäßigkeiten (Madsen et al. 2004). Das endgültige funktionelle Ergebnis erreichen Patienten in der Regel erst gegen Ende des ersten postoperativen Jahres (Roder et al. 2003).

Abhängig von patientenbedingten (Alter, Begleiterkrankungen, Mitwirkung des Patienten), operationsbedingten (OP-Zugang, zementfreie Verankerungstechnik) und prozessbedingten Einflüssen können Mobilisation, Gehfähigkeit und ausreichende Gangsicherheit unterschiedlich schnell erreicht werden. Die Gehfähigkeit bei Entlassung (ggf. unter Schmerzmedikation und unter Zuhilfenahme von Gehhilfen) ist eine Grundvoraussetzung für die Durchführung weiterer ambulanter oder stationärer Rehabilitationsmaßnahmen.

Bewertung

Die Gesamtrate beim Indikator Gehfähigkeit bleibt wie in den Vorjahren knapp unter 99%. Durch dieses gute Ergebnis relativiert sich die niedrige Gesamtrate beim Indikator Beweglichkeit von 69,38%, d.h., die Beweglichkeit des Hüftgelenks erreicht häufig noch nicht das geforderte Ausmaß, ist aber zum selbstständigen Gehen (ggf. auch mit Gehhilfe) in der Regel ausreichend. Die postoperative Verweildauer der Patienten betrug im Mittel 14,1 Tage.

Die Spannweite der Krankenhausergebnisse ist im Vergleich zu anderen Indikatoren moderat. Bei den 66,7% am unteren Ende des Benchmarks handelt es sich um das Ergebnis eines Krankenhauses mit 14 gehfähigen Patienten von 21 gemeldeten Fällen.

Im Strukturierten Dialog 2005 auf der Basis der Daten des Erfassungsjahres 2004 erwies sich von 4 zu diesem Indikator von den Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung angeschriebenen Krankenhäusern nur ein Krankenhaus als qualitativ auffällig. Als Begründung für niedrige Erfolgsraten verwiesen auffällige Krankenhäuser z.T. auf ihre problematische Patientenklientel (z.B. Patienten mit Apoplex oder Demenz).