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Einleitung

Die Frage, wie groß das Risiko eines Patienten ist, im Zusammenhang mit einer Karotis-Rekonstruktion einen Schlaganfall zu erleiden oder zu versterben hängt von einigen in der Literatur gut beschriebenen Risikofaktoren ab. Eine Risikoabschätzung ist wichtig, weil von ihr abhängt, ob ein Patient überhaupt von einer Karotis-Operation profitiert. Denn die Operation soll das Risiko von Schlaganfällen oder Tod insgesamt reduzieren. Deshalb darf das Risiko, das man mit der Operation eingeht, nicht größer sein, als die durch die Operation verbesserte längerfristige Prognose.

Bisher wurde das Operationsrisiko sowohl in der Leitlinie (Biller et al. 1998) als auch für die BQS-Qualitätsindikatoren durch Zuordnung der Patienten in Risikogruppen bestimmt (Methode der Risikostratifizierung). Der Krankenhausvergleich erfolgte innerhalb dieser Risikogruppen. Durch den neu entwickelten KAROTIS-Score I für perioperative Schlaganfälle oder Tod und den KAROTIS-Score II für schwere Schlaganfälle oder Tod kann das Risiko für alle Patienten abgeschätzt werden. Das mittlere Risiko der Patienten eines Krankenhauses bildet jetzt das Risikoprofil aller seiner Patienten ab. Am Beispiel des KAROTIS-Score I wird die Risikoadjustierung näher beschrieben.

Die Rate von perioperativen Schlaganfällen oder Todesfällen nach einer operativen Entfernung gefäßverengender Plaques (Karotis-TEA) innerhalb eines Krankenhauses hängt nicht allein von der Qualität der erbrachten Leistung ab, sondern wird auch durch die Risikoprofile der Patienten beeinflusst. Um einen möglichen gemeinsamen Einfluss mehrerer Risikofaktoren zu erkennen und zu gewichten, können multiple logistische Regressionsmodelle eingesetzt werden. Die Ergebnisse können in einem weiteren Schritt zur Berechnung risikoadjustierter Raten genutzt werden.