Einleitung
Die ambulant erworbene Pneumonie (Lungenentzündung) ist eine der häufigsten registrierten Infektionserkrankungen weltweit mit einer Gesamtsterblichkeit von etwa 11% (Höffken et al. 2005). In Deutschland erkranken jährlich etwa 350.000 bis 500.000 Einwohner an einer ambulant erworbenen Pneumonie (Classen et al. 2003). Die verzögerte Diagnostik sowie eine späte oder falsche primäre antimikrobielle Therapie sind Gründe für die seit etwa 20 Jahren unveränderte Pneumonie-Sterblichkeit von 6 bis 8% (Welte et al. 2003). In Deutschland wurden im Jahr 2002 209.259 Patienten mit der Hauptdiagnose Pneumonie stationär behandelt und nach durchschnittlich 11,8 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen (DKG 2005).
Sowohl die Pneumonie-Sterblichkeit als auch die Notwendigkeit der Krankenhausbehandlung sind altersabhängig. Pneumonien tragen in der Gruppe der jüngeren Patienten mit einem Alter unter 65 Jahren erheblich zu Arbeitsunfähigkeiten bei.
Mit der verpflichtenden Erfassung der ambulant erworbenen Pneumonie durch die externe vergleichende Qualitätssicherung nach § 137 SGB V liegen jetzt erstmals Daten über die Anzahl und die Versorgungssituation dieser Patienten vor. Insgesamt wurden im Jahr 2005 186.691 Datensätze von Patienten mit der Hauptdiagnose Pneumonie dokumentiert, darunter 7.056 (3,78%) Patienten, die aus einem anderen Krankenhaus aufgenommen wurden.
In den internationalen Leitlinien (ATS 2001, BTS 2004, SIGN 2002, NGC 2001) und der seit Juni 2005 veröffentlichten deutschen S3-Leitlinie (Höffken et al. 2005) sind evidenzbasierte Standards für die Versorgung von Pneumonie-Patienten empfohlen. Mehrere Autoren der deutschen Leitlinie sind Mitglieder der BQS-Fachgruppe. In dieser BQS-Fachgruppe wurden elf Qualitätsindikatoren festgelegt, die sowohl Aspekte der Prozessqualität als auch der Ergebnisqualität darstellen.