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Dr. Volker D. Mohr

Mehr Informationen, mehr Transparenz

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Seit Veröffentlichung des letzten BQS-Qualitätsreports im August 2005 ist das Interesse der Bürger an Informationen über die Qualität der Gesundheitsversorgung spürbar gewachsen. Bei Unternehmen und Institutionen der Gesundheitsbranche hat in mindestens gleicher Weise die Bereitschaft zugenommen, angemessene Formen für die transparente Darstellung der Versorgungsqualität zu finden. Viele Anstrengungen wurden unternommen, manche Experimente wurden gewagt:

  • Knapp 30% der deutschen Krankenhäuser haben im Herbst 2005 in Qualitätsberichten Angaben über ihre Qualitätsergebnisse gemacht.
  • Krankenkassen und private Anbieter haben Internet-Portale aufgebaut, die über Leistungen und Qualität von Krankenhäusern informieren.
  • In bevölkerungsreichen Regionen Deutschlands wurden in Projekten Qualitätsergebnisse der regionalen Krankenhäuser für Bürger verfügbar gemacht.
  • Krankenhausunternehmen stellen ihre Qualität offensiv dar und scheuen sich dabei nicht, auch weniger gute Ergebnisse offen zu legen.

Der neue BQS-Qualitätsreport 2005 erscheint also in dynamischer Zeit, die geprägt wird von großen Veränderungen im Umgang mit Informationen zur Versorgungsqualität. Er nimmt an diesen Veränderungen teil und soll helfen, möglichst viele Wünsche nach Transparenz zu erfüllen.

Dazu wurden neue Darstellungsformen und neue Inhalte entwickelt:

  • Das redaktionelle Konzept der Vorjahre mit einer gedruckten Kurz- und einer elektronischen Langfassung des BQS-Qualitätsreports wurde verlassen, weil die Informationen in der Langfassung für die Kommunikation weitgehend verloren gingen. Der BQS-Qualitätsreport 2005 erscheint ungeteilt in einer Fassung.
  • Die Ergebnispräsentation wurde so gestrafft, dass jetzt beinahe doppelt so viele BQS-Qualitätsindikatoren ausführlich dargestellt werden können wie in der Langfassung des Vorjahres.
  • Immer wieder wurde das Interesse an Verlaufsdarstellungen der Qualitätsergebnisse über mehrere Jahre betont. Der BQS-Qualitätsreport 2005 enthält daher eine neue Präsentationsform, die für jeden BQS-Qualitätsindikator die Ergebnisentwicklung in der Zeitreihe von 2003 bis 2005 zeigt.
  • Erstmalig stehen Ergebnisse zur ambulant erworbenen Pneumonie zur Verfügung.
  • Exkurs-Kapitel berichten über neue Verfahren zur Risikoadjustierung, Ergebnisse des Strukturierten Dialogs sowie Analysen zur Müttersterblichkeit und zur methodischen Wertigkeit der In-Hospital-Sterblichkeit.
  • Eine neue Management-Zusammenfassung skizziert Trends für die Gesamtversorgung in Deutschland: Zum Beispiel, dass bei insgesamt guter Ergebnisqualität die künftigen Herausforderungen vor allem bei der Indikationsstellung und bei ergebniskritischen Prozessen liegen.

Auch im Namen der BQS-Mitarbeiter gilt mein Dank wieder allen, die diesen BQS-Qualitätsreport ermöglicht haben: den Auftraggebern beim Gemeinsamen Bundesausschuss und seinen Gremien, den Mitarbeitern der Krankenhäuser, ärztlichen und pflegenden Experten in BQS-Fachgruppen und fachlichen Arbeitsgruppen in den Bundesländern, den Mitarbeitern der Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung und allen Menschen, die uns mit kritischer Begleitung, Fragen und Anregungen motiviert haben, die Qualitätstransparenz in der Gesundheitsversorgung weiter zu steigern.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.

Düsseldorf, im Juli 2006

Dr. Volker D. Mohr

Geschäftsführer der BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH, Düsseldorf