Einleitung
Seit der ersten Nierentransplantation in Deutschland im Jahr 1963 sind an deutschen
Zentren über 54.000 Nieren transplantiert worden (DSO
2006).
Heute ist die Nierentransplantation ein etabliertes Verfahren und stellt eine
wesentliche Option zur Behandlung von Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz
dar. Bei endgültigem Nierenversagen kann nur die regelmäßige
Dialyse oder eine Transplantation das Leben des Patienten erhalten. Die häufigsten
Ursachen für ein chronisches Nierenversagen sind glomeruläre Nierenkrankheiten,
Zystennieren und die diabetische Nephropathie. Zurzeit warten etwa 9.000 der
circa 50.000 Dialysepatienten in Deutschland auf ein Spenderorgan (DSO
2006).
Der limitierende Faktor für die Durchführung von Nierentransplantationen
ist der Mangel an Spenderorganen.
Seit 2006 besteht für den Leistungsbereich Nierentransplantation erstmals
für alle deutschen Transplantationszentren eine Verpflichtung zur Teilnahme
an der externen vergleichenden Qualitätssicherung. Dargestellt wird die
Versorgungsqualität anhand von sechs Qualitätsindikatoren.
Von 40 Zentren wurden dazu 2.053 Nierentransplantationen nach postmortaler
Organspende und 499 (24,31%) Transplantationen nach Nierenlebendspende dokumentiert
und in der BQS-Bundesauswertung dargestellt. Die Vollständigkeitsrate
der Datenübermittlung betrug 93,72%. Drei Krankenhäuser haben keine
Daten zu durchgeführten Nierentransplantationen übermittelt. Diese
Krankenhäuser wurden im Strukturierten Dialog von der BQS-Fachgruppe bereits
zu einer kurzfristigen Nachlieferung aufgefordert.
In 354 Fällen handelte es sich um eine Retransplantation und in 146 Fällen
wurde die Nierentransplantation im Rahmen einer kombinierten Transplantation
durchgeführt.
Bei der Bewertung der Ergebnisse der BQS-Qualitätsindikatoren ist zu
berücksichtigen, dass die Risikoprofile der transplantierten Patienten
von Zentrum zu Zentrum erheblich variieren.
Insbesondere unterscheiden sich diese bezüglich des Anteils an Nierenempfängern
mit einem Alter von über 65 Jahren, Diabetes mellitus, Retransplantationen
und Transplantationen mit hoher Dringlichkeit (HU-Transplantationen). Hierdurch
kann es zu erheblich unterschiedlichen Ergebnissen kommen, die nach Auffassung
der Experten der BQS-Fachgruppe „Pankreas- und Nierentransplantation,
Nierenlebendspenden“ nicht als mangelnde Qualität des einzelnen
Transplantationszentrums zu interpretieren sind.