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Einleitung

Fachgruppenmitglieder

Die ambulant erworbene Pneumonie (Lungenentzündung) ist eine der häufigsten Infektionserkrankungen weltweit mit einer Gesamtsterblichkeit von etwa 11% (Höffken et al. 2005). In Deutschland erkranken jährlich etwa 350.000 bis 500.000 Einwohner an einer ambulant erworbenen Pneumonie (Classen et al. 2003). Die Sterblichkeit liegt bei ca. 6 bis 8%. Sowohl die Pneumonie-Sterblichkeit als auch die Notwendigkeit der Krankenhausbehandlung sind altersabhängig. Pneumonien tragen in der Gruppe der jüngeren Patienten mit einem Alter unter 65 Jahren erheblich zu Arbeitsunfähigkeiten bei (Welte et al. 2003). In den internationalen Leitlinien (IDSA/ATS 2007, BTS 2004, ERS 2005) und der im Juni 2005 veröffentlichten deutschen S3-Leitlinie (Höffken et al. 2005) sind evidenzbasierte Standards für die Versorgung von Pneumonie-Patienten empfohlen.

Seit dem Jahr 2005 gehört die Pneumonieerkrankung zu den dokumentationspflichtigen Leistungen für die externe vergleichende stationäre Qualitätssicherung. Die Vollständigkeit der Erfassung lag im Jahr 2006 bei 93,93%. 96,09% aller dokumentationspflichtigen Krankenhäuser haben Daten an die BQS geliefert.

Die BQS-Fachgruppe Pneumonie weist an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich auf die Notwendigkeit der Messung der Atemfrequenz zu Beginn der stationären Aufnahme hin. Die Atemfrequenz ist ein einfacher klinischer Parameter, der den Schweregrad der Pneumonie anzeigt. Von ebenso hoher Bedeutung ist die Bestimmung des Ausmaßes der Störung des Gasaustausches im Rahmen der Pneumonie durch die Pulsoxymetrie bzw. Blutgasanalyse.

In Verbindung mit den anderen Parametern pneumoniebedingter Desorientierung, niedrigem Blutdruck und dem Alter der Patienten dient die Atemfrequenzmessung der Bestimmung des Risikoscores CRB-65. Diese vier klinischen Parametern sind wiederholt als unabhängige Prädiktoren für einen letalen Ausgang der hospitalisierten Patienten mit einer ambulant erworbenen Pneumonie identifiziert worden.

Patienten, die in keinem dieser vier klinischen Parameter ein Risiko aufweisen, haben ein geringes Letalitätsrisiko (ca. 1%), während solche, die ein oder zwei bzw. drei oder vier Risiken haben, ein Letalitätsrisiko von ca. 8% bzw. ca. 30% aufweisen (Lim et al. 2003).