Einleitung
Die ambulant erworbene Pneumonie (Lungenentzündung) ist eine der häufigsten registrierten Infektionserkrankungen weltweit mit einer Gesamtsterblichkeit von etwa 11% (Höffken et al. 2005). In Deutschland erkranken jährlich bis zu 800.000 Einwohner an einer ambulant erworbenen Pneumonie (CAPNETZ 2007). Pneumonien tragen in der Gruppe der Patienten mit einem Alter unter 65 Jahren erheblich zu Arbeitsunfähigkeiten bei (Welte et al. 2003). In den internationalen Leitlinien (IDSA/ ATS 2007, BTS 2004, ERS 2005) und der deutschen S3-Leitlinie (Höffken et al. 2005) sind evidenzbasierte Standards für die Versorgung von Pneumonie-Patienten empfohlen.
Seit dem Jahr 2005 gehört die Pneumonieerkrankung zu den dokumentationspflichtigen Leistungen für die externe vergleichende stationäre Qualitätssicherung. Somit liegen jetzt Daten von rund 600.000 Patienten aus den Jahren 2005 bis 2007 vor. Wissenschaftliche Analysen auf der Grundlage dieses Datenpools haben gezeigt, dass die Sterblichkeit kontinuierlich mit zunehmendem Alter ansteigt. Gezeigt werden konnte auch, dass innerhalb der ersten beiden Tage des Krankenhausaufenthaltes die Sterblichkeitsrate am höchsten ist. Patienten, die aus stationären Pflegeeinrichtungen aufgenommen wurden, wiesen eine höhere Sterblichkeitsrate auf als Patienten, die aus einer häuslichen Umgebung kamen.
Die BQS-Fachgruppe Pneumonie stellt erneut fest, dass es noch immer kein flächendeckender Standard ist, die Atemfrequenz zu Beginn der stationären Aufnahme zu bestimmen. Die Atemfrequenz ist ein einfach messbarer klinischer Parameter, der den Schweregrad der Pneumonie anzeigt.
In Verbindung mit anderen Parametern wie der pneumoniebedingten Desorientierung, einem niedrigen Blutdruck und dem Alter der Patienten dient die Atemfrequenzmessung der Bestimmung des Risikomaßes CRB-65. Patienten, die bei allen Parametern unauffällige Werte aufweisen, haben ein geringes Letalitäts-Risiko (ca. 1%), während Patienten, die in einem oder mehreren Parametern auffällige Befunde zeigen, ein Letalitätsrisiko von ca. 8 bis 30% aufweisen (Lim et al. 2003). Die Bestimmung dieser Parameter hat daher einen hohen Stellenwert für die die Aufnahmediagnostik und Therapieplanung.