Logo + Home
 

Qualitätsziel

Postoperative Nierenfunktionsstörung

Seltenes Auftreten einer postoperativen Nierenfunktionsstörung

Hintergrund des Qualitätsindikators

Operationen an der Aortenklappe werden ausschließlich unter Verwendung der Herz-Lungen-Maschine durchgeführt. Während der extrakorporalen Zirkulation kommt es zu einer Umverteilung des renalen Blutflusses und einer Erhöhung des renalen vaskulären Widerstands. Renaler Blutfluss und glomeruläre Filtrationsrate nehmen ab. Diese Veränderungen können zu einer postoperativen Nierenfunktionsstörung führen.

Insbesondere sind Patienten in höherem Lebensalter, Patienten mit präoperativer Herzinsuffizienz, insulinpflichtigem Diabetes mellitus und präexistierender Nierenerkrankung gefährdet.

Das Auftreten einer postoperativen Nierenfunktionsstörung ist mit einer deutlich erhöhten Sterblichkeit assoziiert. Diese beträgt 19% gegenüber 0,9% bei Patienten ohne renale Komplikationen und steigt bis auf 63%, wenn eine Dialysebehandlung erforderlich wird (Mangano et al. 1998).

Strukturierter Dialog

Bewertung der Ergebnisse 2008

Für die Berechnung der Nierenfunktionsstörung wird seit der BQS-Bundesauswertung 2008 die modifizierte RIFLE-Klassifikation verwendet. Die Ergebnisse der BQS-Bundesauswertung 2007 wurden mit dieser neuen Rechenregel berechnet und weichen daher von den Ergebnissen der veröffentlichten Bundesauswertung 2007 ab. Eine Nierenfunktionsstörung liegt demnach bei einer Nierenschädigung (Injury) oder einem Nierenversagen (Failure incl. akuter Nierenersatztherapie oder Loss) vor (Ihle 2007, Brown et al. 2008, Thakar et al. 2005). Aufgrund der Einbeziehung der Patienten mit einer akuten Nierenersatztherapie ist die Rate an Patienten mit Nierenfunktionsstörungen höher als bei der alten Berechnung. Da das Letalitätsrisiko bei diesen Patienten aber ebenfalls ansteigt, ist die Berücksichtigung dieser Patienten notwendig.

Die Gesamtrate ist von 3,8 auf 4,5% angestiegen. Die Fachgruppe bewertet das Ergebnis aber weiterhin als gute Versorgungssituation. Ein Krankenhaus liegt mit seinen Ergebnissen bei diesem Indikator in allen drei Leistungs­bereichen im auffälligen Bereich. Dieses Krankenhaus wird im Strukturierten Dialog um eine detaillierte Analyse der Prozess- und Strukturstandards gebeten.