Logo + Home
 

Qualitätsziel

Indikation zur Revision (Sondenprobleme)

Möglichst selten Sondenprobleme bezogen auf das Implantationsvolumen der eigenen Institution

Hintergrund des Qualitätsindikators

Eine Reihe von Spätkomplikationen bei der Herzschrittmachertherapie können die Sonden betreffen. Möglich ist zum Beispiel eine Dislokation der Sonden.

Das dänische Schrittmacherregister berichtet aus dem Jahre 2006 von folgenden perioperativen Komplikationsraten:

  • Sondenproblem bei Vorhofelektrode 2,0%
  • Sondenproblem bei Ventrikelelektrode 2,1%.

Als „Standard“ für Sondenprobleme legen Møller und Arnsbo für Implantationszentren Raten von jeweils unter 3% fest (Møller & Arnsbo 2007).

Die Sondenrevisionsrate 2008 ist als Ratio (Verhältniszahl) dargestellt: Alle Sondenrevisionen eines Krankenhauses (Ersteingriffe im selben Haus) im Verhältnis zur Zahl aller Implantationen im selben Jahr.

Strukturierter Dialog

Bewertung der Ergebnisse 2008

Die Gesamtrate für Sondenprobleme, die nach Ersteingriffen im eigenen Krankenhaus auftraten, liegt seit vier Jahren konstant bei ca. 7%. Den größten Anteil an den Sondenproblemen weisen die Dislokationen mit 3,1% auf. Bei einem Krankenhaus kommt eine extrem hohe Rate von 33,3% zustande durch 18 Revisionseingriffe wegen Sondenproblemen bei 54 Implantationen im Jahr 2008.

Für diesen Indikator sind einige methodische Einschränkungen zu beachten. Zum einen werden nur Revisionen aus eigener Institution erfasst. Fälle mit Komplikationen, die in einem anderen Haus revidiert werden, entgehen dem Indikator. Als Grundgesamtheit werden hilfsweise alle Eingriffe eines Hauses gezählt (jährliches Eingriffsvolumen). Ambulante Eingriffe werden dabei nicht erfasst. Dennoch muss auch im Jahre 2008 von einem Ergebnis mit besonderem Handlungsbedarf gesprochen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung thematisiert die Ergebnisse dieses Indikators auf ihren Fachtagungen.

Letztlich kann nur eine echte Patienten-Langzeitbeobachtung mit Registrierung der Sonden ein genaues Bild der Ergebnisqualität geben.