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Ausblick

Die Dokumentationspflicht für Transplantationen wird von der Software der Krankenhäuser jährlich anhand der Abrechnungsdaten ermittelt. Bis zum Erfassungsjahr 2007 waren Transplantationen bei langem präoperativen oder postoperativen stationären Aufenthalt der Patienten nicht in allen Fällen zu dokumentieren. Mit Wirkung zum Erfassungsjahr 2008 sind auch Organtransplantationen von Patienten mit langer stationärer Verweildauer zu dokumentieren. Diese Datensätze werden im Folgejahr, erstmals also 2009, an die BQS übermittelt und sollen dann eine vollständige Abbildung der Ergebnisqualität nach Transplantation ermöglichen.

Seit der BQS-Bundesauswertung 2007 liegen Verlaufsdaten für einen Zeitraum von drei Jahren nach Transplantation vor. Für dieses Follow-up werden regelmäßig Dokumentationsraten von 90% und mehr erreicht. Die Transplantationszentren haben somit Strukturen und Prozesse etabliert, die gewährleisten, dass die gesetzlichen Bestimmungen zur Qualitätssicherung in der Transplantationsmedizin in hervorragender Weise umgesetzt werden.

Die Aussagefähigkeit der vergleichenden Darstellung des Patientenüberlebens im zeitlichen Verlauf nach der Transplantation war bisher dadurch limitiert, dass ausschließlich Krankenhäuser für die Auswertung berücksichtigt wurden, die für mehr als 90% der von ihnen transplantierten Patienten Follow-up-Informationen übermittelt hatten. Auf Beschluss der BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation wird die Berechnung des Patientenüberlebens in der BQS-Bundesauswertung 2008 nun analog zum Vorgehen der US-amerikanischen Organvermittlungsorganisation UNOS durchgeführt. Die Statuten des UNOS sehen vor, dass nicht übermittelte Follow-up-Datensätze beziehungsweise solche zu Patienten mit unbekanntem Überlebensstatus vor der Berechnung der Überlebensrate nicht entfernt werden. Die Überlebensrate stellt somit den Anteil der Patienten mit tatsächlich dokumentiertem Überleben an allen behandelten Patienten dar, und eine unvollständige Datenübermittlung wirkt sich unmittelbar auf die errechneten Überlebensraten eines Transplantationszentrums aus.

Die Ergebnisse des Follow-ups werden mit zunehmendem Abstand zur Transplantation auch durch die Qualität der Nachsorge beeinflusst. Diese wird bisher in den meisten Fällen durch die transplantierenden Zentren selbst durchgeführt. Angesichts einer zunehmenden Verlagerung der Nachsorge in den vertragsärztlichen Sektor hält die BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation die Erhebung der Ergebnisse des Follow-ups für sehr wichtig, um auch weiterhin Informationen zur Behandlungsqualität zu erhalten.

Nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation zeigt sich bei den Ergebnissen zwei und drei Jahre nach Operation eine im internationalen Vergleich sehr gute Qualität der Nachsorge herztransplantierter Patienten. Die 1-Jahres- Überlebensrate der im Jahr 2007 operierten Transplantatempfänger war dagegen in der vorliegenden Auswertung niedriger als erwartet. Hier werden die Experten der BQS-Fachgruppe Herz- und Lungentransplantation im Dialog mit den Transplantationszentren klären, inwieweit dies aus der erhöhten In-Hospital-Letalität im Vorjahr und aus dem geän­derten Berechnungsmodus resultiert und welche möglichen Ursachen für die erhöhte Rate von Transplantatempfängern, welche nach Entlassung aus dem stationären Aufenthalt verstorben sind, existieren.