Logo + Home
 

Qualitätsziel

Indikation bei asymptomatischer Karotisstenose

Nur Stenosen operieren mit einem Stenosegrad ≥60% (NASCET) bei asymptomatischer Karotisstenose

Hintergrund des Qualitätsindikators

Bei der Indikationsstellung zur Operation muss eine sorgfältige Abwägung zwischen dem Risiko der Operation und dem Risiko eines Schlaganfalles im natürlichen Verlauf erfolgen. Die Frage nach der besten Therapie – konservativ oder operativ – wurde in mehreren prospektiv-randomisierten Studien sowohl für die asymptomatische als auch die symptomatische Karotisstenose untersucht. Auf dem Boden dieser Untersuchungen liegen für die operative Behandlung gesicherte Indikationen auf dem höchsten Level der evidenzbasierten Medizin vor (Biller et al. 1998).

Strukturierter Dialog

Bewertung der Ergebnisse 2008

14.206 asymptomatische Patienten haben eine operative Karotis-Rekonstruktion wegen einer vorliegenden Karotisstenose durchführen lassen. Bei 92,3% dieser Patienten betrug der Stenosegrad ≥60% (NASCET). Gegenüber dem Vorjahr konnte erneut eine leichte Verbesserung der Gesamtrate erzielt werden. Unter Berücksichtigung der Gesamtergebnisse der Jahre 2003 bis 2007, deren Werte zwischen 88,9 und 92,1% lagen, stellt die BQS-Fachgruppe weiterhin eine gute Versorgungssituation auf stabilem Niveau fest.

Um den Stellenwert der Indikationsstellung zu betonen und unter Berücksichtigung der Gesamtergebnisse der vergangenen fünf Jahre hat die BQS-Fachgruppe den Referenzbereich für das Jahr 2008 angepasst. Dieser liegt jetzt bei ≥85%.

Die Spannweite der Ergebnisse bei Krankenhäusern mit mindestens 20 Fällen lag zwischen 34,1 und 100,0% (Vorjahr: zwischen 40,0 und 100,0%). 29 von 227 Krankenhäusern (12,8%) waren im Jahr 2008 numerisch auffällig.

Einer Sonderanalyse ist zu entnehmen, dass insgesamt 1.088 Patienten mit einer asymptomatischen Karotisstenose <60% (NASCET) operiert wurden. Bei 73 Patienten (6,7%) lag ein kontralateraler Verschluss vor. Bei 129 Patienten (11,9%) wurden weitere Karotisläsionen an der operierten Karotisarterie dokumentiert. Auffällig ist, dass 23 Patienten (2,1%) der ASA-Klasse 4 zugeordnet wurden. Im Rahmen des Strukturierten Dialogs sollte hier eine Klärung erfolgen. Bei 32 Patienten aus dieser Grundgesamtheit (2,9%) wurden allgemeine behandlungsbedürftige postoperative Komplikationen dokumentiert und sechs Patienten verstarben während des stationären Aufenthalts.

Den Erfahrungen des Strukturierten Dialogs kann entnommen werden, dass nur in vereinzelten Fällen qualitative Versorgungsmängel ursächlich für rechnerische Auffälligkeiten sind. Auch mit Krankenhäusern, bei denen Dokumentationsmängel vorlagen, sollten Maßnahmen zur Verbesserung der Dokumentationsqualität vereinbart werden. Die Umsetzung ist im Folgejahr zu überprüfen.