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Qualitätsziel

In-Hospital-Letalität

Keine Todesfälle nach Leberlebendspende

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die Sicherheit des Lebendorganspenders hat während des gesamten Lebendorganspendeprozesses höchste Priorität. Das Risiko der Lebendorganspende kann durch eine sorgfältige Untersuchung des potenziellen Spenders deutlich reduziert werden.

Potenzielle Lebendorganspender werden in der Regel in einem mehrstufigen Verfahren evaluiert. Dabei werden der Bedarf des Transplantatempfängers an Lebergewebe und die nach der Teil-Leberlebendspende erwartete Funktion der Restleber des Spenders geschätzt und gegeneinander abgewogen. Außerdem werden Einflussfaktoren identifiziert, die das Risiko für eine potenziell tödliche Komplikation erhöhen können.

Im Allgemeinen sollte ein Restlebervolumen von mindestens 30% des totalen Lebervolumens der Spenderleber nicht unterschritten werden (Fan et al. 2000). Außerdem wird empfohlen, Personen mit einem BMI von > 28 kg/m² von der Teil-Leberlebendspende für Erwachsene auszuschließen. (Rinella et al. 2001). Das Gleiche gilt für potenzielle Lebendspender, bei denen das Risiko operativ-technischer Komplikationen durch anatomische Variationen der Gallenwege und der Lebergefäße erhöht ist (Bröring & Rogiers 2004).

Strukturierter Dialog

Bewertung der Ergebnisse 2008

Bei einer von 56 Leberlebendspenden wurde im Erfassungsjahr 2008 dokumentiert, dass der Lebendspender während des stationären Aufenthalts verstorben ist. Da es sich bei der Teil-Leberlebendspende um einen operativen Eingriff an Gesunden handelt, sollte eine Beeinträchtigung der Gesundheit von Lebendorganspendern unbedingt vermieden werden. Eine besondere Verantwortung kommt dem Transplantationsteam zu, das bei der präoperativen Evaluation des Spenders zur Risikoeinschätzung im Zweifelsfall der Gesundheit des Spenders die höhere Priorität einräumen muss.

Die BQS-Fachgruppe Lebertransplantation hält dieses Indikatorereignis für so gravierend, dass das Krankenhaus sofort um eine Stellungnahme gebeten und eine ausführliche Epikrise des Falles angefordert wurde. Die Analyse zeigte, dass im vorliegenden Fall eine Dominotransplantation vorgenommen wurde, bei welcher ein Transplantatempfänger seine eigene Leber einem Dritten spendet. Es handelt sich also nicht um eine tödliche Komplikation bei einem gesunden Teil-Leberlebendspender.

Unabhängig davon wird der Fall des verstorbenen Transplantatempfängers beim Indikator „In-Hospital-Letalität“ des Leistungsbereiches Lebertransplantation berücksichtigt. Mit Wirkung zum 1.1.2009 wurde der BQS-Datensatz zur Leberlebendspende um ein Feld „Dominotransplantation“ ergänzt, um missverständliche Dokumentationen zukünftig zu vermeiden.