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Qualitätsziel

In-Hospital-Letalität

Möglichst geringe In-Hospital-Letalität

Hintergrund des Qualitätsindikators

In den 1990er-Jahren nahm die Sterblichkeit nach Lebertransplantation aufgrund verbesserter chirurgischer Techniken und immunsuppressiver Strategien kontinuierlich ab. Als Risikofaktoren für eine erhöhte Sterblichkeit nach Lebertransplantation gelten eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Transplantatempfänger und Organspender, ein akutes Leberversagen des Empfängers vor der Transplantation sowie das Alter von Spender und Empfänger (Burroughs et al. 2006).

Um bei begrenztem Organangebot diejenigen Patienten zu identifizieren, die am dringendsten eine Transplantation benötigen, wird in den USA seit 2002 der sogenannte MELD-Score (Model for End-stage Liver Disease, Wiesner et al. 2003) eingesetzt. Die Eurotransplant Foundation, die für die Vermittlung von postmortalen Organspenden in Deutschland zuständig ist, verwendet dieses Modell ebenfalls seit Ende 2006.

Strukturierter Dialog

Bewertung der Ergebnisse 2008

Die Gesamtrate der Krankenhaussterblichkeit nach Lebertransplantation lag im Erfassungsjahr 2008 mit 15,2% in etwa auf Vorjahresniveau. Die Gesamtrate der Krankenhausergebnisse lag im Vergleich zu Daten des Europäischen Trans­plantationsregisters ELTR (3-Monats-Letalitätsraten von 12% im Zeitraum 1988 bis 2003) im erwarteten Bereich. Das Ergebnis ist nach Auffassung der BQS-Fachgruppe Ausdruck einer guten Versorgungsqualität.

Bei der Bewertung der Spannweite der Krankenhausergebnisse ist nach Auffassung der BQS-Fachgruppe zu berücksichtigen, dass die Raten nicht risikoadjustiert sind und somit unterschiedlich ausgeprägte patientenbezogene Risikofaktoren in den Berechnungen nicht berücksichtigt sind.

Die wesentlich niedrigeren Letalitätsraten des US-amerikanischen Transplantationsregister UNOS (3-Monats-Letalitätsrate von 6,8% im Zeitraum 2004/2005, Annual Report 2008) führt die BQS-Fachgruppe auf die fehlende Vergleichbarkeit mit europäischen Voraussetzungen zurück: Das Organangebot in den USA ist insgesamt größer, Spenderorgane kommen von durchschnittlich jüngeren Spendern (höhere Organqualität), auch sind die transplantierten Patienten teilweise in besserem Gesundheitszustand (Trans­­plan­tation bereits mit MELD-Score unter 15).

Durch die Empfängerauswahl anhand des MELD-Scores seit Ende 2006 sowie die Organknappheit erhalten im Eurotransplant-Raum vor allem Patienten mit weit fortgeschrittener Lebererkrankung ein Transplantat zugeteilt. Dies ist mit der Herausforderung für die Transplantationszentren verbunden, unter einem schwerkranken Patientengut geeignete Transplantationskandidaten auszuwählen.

Die Ursachen der auffälligen Ergebnisse von acht Krankenhäusern, die eine In-Hospital-Letalität von über 20% dokumentierten, werden im Strukturierten Dialog analysiert.