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Qualitätsziel

Intraoperatives Präparatröntgen

Möglichst viele Eingriffe mit intraoperativem Präparatröntgen nach präoperativer Draht-Markierung gesteuert durch Mammographie

Hintergrund des Qualitätsindikators

Nicht tastbare, nur mammographisch nachweisbare, abklärungsbedürftige Gewebeläsionen erfordern weitere diagnostische Maßnahmen bis zum Vorliegen eines definitiven pathologischen Befundes. Diese Läsionen müssen präoperativ durch möglichst exakte Platzierung eines Markierungsdrahtes eindeutig lokalisiert werden. Bei radiologischer Markierung muss das entfernte Gewebe unmittelbar nach seiner Entfernung geröntgt (Präparat-Radiographie) werden. Die Radiographie muss auch dem Pathologen zur Verfügung gestellt werden. Dieser Indikator bildet innerhalb der Versorgungskette wichtige Schnittstellen zwischen dem Operateur, dem Radiologen und dem Pathologen ab (Albert 2008, Kreienberg et al. 2008).

Strukturierter Dialog

Bewertung der Ergebnisse 2008

In 94,2% aller Fälle mit präoperativer Drahtmarkierung gesteuert durch Mammographie wurde intraoperativ ein Präparatröntgen dokumentiert. 61 von 283 Krankenhäusern mit mindestens 20 radiologisch gesteuerten Draht-Markierungen erreichten den Referenzbereich von mindestens 95% nicht. Im vergangenen Jahr war dies noch bei 89 Krankenhäusern der Fall. Auch die Gesamtergebnisse zu diesem Indikator haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich und drastisch verbessert (2004: 57,4%, 2005: 65,0%, 2006: 83,9%, 2007: 91,2%). Dies dürfte zum einen auf den Strukturierten Dialog und die Implementierung der deutschen Leitlinien zurückzuführen sein. Zum anderen hat die Vergangenheit gezeigt, dass die entsprechenden Datenfelder nicht immer korrekt interpretiert wurden, so dass die Abfrage für 2007 präzisiert wurde.

Da nunmehr der Referenzbereich von mindestens 95% bundesweit nur noch knapp verfehlt wurde, reichen aus Sicht der BQS-Fachgruppe folgende Maßnahmen: Der Strukturierte Dialog muss zur flächendeckenden Implementierung der nationalen S3-Leitlinien (Albert 2008, Kreienberg et al. 2008) konsequent fortgeführt werden. Darüber hinaus sollte auf Fachkongressen und Jahrestagungen die Versorgungssituation zu diesem Qualitätsindikator weiterhin thematisiert werden. Mit den Fachgesellschaften wurde der Dialog in den vergangenen Jahren wiederholt aufgenommen. Als zielführend haben diese zuletzt eine Abfrage der strukturellen Voraussetzungen für die Präparatradiographie durch die Landesgeschäftsstellen vorgeschlagen. Nur wo die Möglichkeit zur Präparatradiographie vorhanden ist, kann gute Versorgungsqualität erwartet werden.