Qualitätsziel
Möglichst wenig Patienten, die ohne Dekubitus aufgenommen wurden, werden mit Dekubitus entlassen
Hintergrund des Qualitätsindikators
Ein Dekubitus kann zumeist durch eine wirkungsvolle Prophylaxe verhindert werden. Damit lässt die Dekubitusinzidenz als Qualitätsindikator Aussagen zur Prophylaxequalität zu (Schoonhoven et al. 2007). Schätzungen zufolge entwickeln jedes Jahr weit über 400.000 Menschen in Deutschland einen Dekubitus (Robert Koch-Institut 2002). Dabei hängt die Häufigkeit der Neuentwicklung eines Druckgeschwürs unter anderem davon ab, welches Risikoprofil die in einem Krankenhaus behandelten Patienten aufweisen. Die BQS entwickelte im Jahr 2006 einen Datensatz, der eine Risikoadjustierung ermöglicht. Die hierfür systematisch recherchierten, relevanten und signifikanten patientenbezogenen Risikofaktoren sind: höheres Lebensalter, keine
Mikrobewegungen, Diabetes mellitus und Intensivaufenthalt.
Die Schwere eines Dekubitus wird bei diesem Indikator mit der Gradierungsskala als Kode L89 aus dem ICD-10-GM eingeteilt.
Bewertung der Ergebnisse 2008
Die risikoadjustierten Gesamtraten sind mit 0,7% der schwerwiegenden und 1,1% aller Dekubitalulzera weiterhin niedrig. Die Fachgruppe Pflege vermutet, dass Schnittstellenprobleme zwischen ärztlicher und pflegerischer Dokumentation sowie unterschiedliche EDV- beziehungsweise Dokumentationsstrukturen in den Krankenhäusern nach wie vor zu einer Unterdokumentation führen.
Aufgrund des Wegfalls des DRG-Bezugs erfuhr in diesem Jahr die Grundgesamtheit eine Erweiterung um Fälle, die nach Bundespflegesatzverordnung abgerechnet wurden. In diesem Zusammenhang begrüßt die Fachgruppe die Einbeziehung gerontopsychiatrischer Abteilungen, da hier Patienten mit einem hohen Dekubitusrisiko versorgt werden.
Bei der Interpretation der Ergebnisse ist insgesamt zu berücksichtigen, dass der erste Strukturierte Dialog des Generalindikators zum Erfassungsjahr 2007 zum Zeitraum der Datenerfassung 2008 (1. Quartal) noch nicht geführt wurde. Dementsprechend gibt es für das Erfassungsjahr 2008 keine Rückkopplung durch den Strukturierten Dialog und folglich auch keine Auswirkungen auf die vorliegenden Ergebnisse.