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Qualitätsziel

In-Hospital-Letalität

Möglichst geringe In-Hospital-Letalität

Hintergrund des Qualitätsindikators

Die Pankreastransplantation stellt durch die Normalisierung des Glukosestoffwechsels eine ursächliche Therapie des insulinpflichtigen Diabetes mellitus dar, die neben der Verbesserung der Lebensqualität mit einer Besserung der diabetischen Folgeerkrankungen einhergeht (Bechstein 2001). Dem stehen operationsbedingte Krankheiten und Todesfälle sowie die Notwendigkeit der lebenslangen immunsuppressiven Therapie gegenüber.

Seit der ersten Pankreastransplantation 1966 haben sich die Überlebensraten von Patienten und Transplantat stetig gebessert. Im Langzeitverlauf haben dialysepflichtige Diabetiker heute nach kombinierter Pankreas-Nierentransplantation nicht nur erheblich bessere Überlebensraten als Nicht-Transplantierte, sondern auch mindestens ebenso gute wie isoliert nierentransplantierte Patienten.

In der perioperativen Phase ist dagegen mit einer Letalität und Morbidität bei kombinierter Pankreas-Nierentransplantation von 2 bis 3% zu rechnen (Schäffer et al. 2007, UNOS 2008), die damit höher sind als bei einer isolierten Nierentransplantation (Ojo et al. 2001, Schäffer et al. 2007).

Patientenbezogene Risikofaktoren für Todesfälle in der intra- und postopera­tiven Phase sind insbesondere das Alter und eine koronare Herzkrankheit (Troppmann et al. 1998, UNOS 2008). Neben der operativen Technik und der Ischämiezeit des Organs hat auch die Wahl der immunsuppressiven Therapie Einfluss auf die Überlebensraten der Transplantatempfänger (Burke et al. 2004).

Das Überleben nach einer isolierten oder kombinierten Pankreastransplantation kann damit als wichtigster Ergebnisparameter zur Analyse der Transplantationsergebnisse angesehen werden.

Strukturierter Dialog

Bewertung der Ergebnisse 2008

Die Gesamtrate der Krankenhaussterblichkeit nach Pankreas- oder Pankreas-Nierentransplantation lag im Erfassungsjahr 2008 bei 4,5% und war damit identisch mit dem Vorjahresergebnis. Nach Einschätzung der BQS-Fachgruppe Nieren- und Pankreastransplantation ist diese Gesamtrate Ausdruck einer zufriedenstellenden Versorgungsqualität im internationalen Vergleich.

In Transplantationszentren mit mindestens zehn Fällen verstarben keine Patienten nach Pankreastransplantation. Die Spannweite der Ergebnisse aller Krankenhäuser reicht dagegen von 0 bis 50,0%. Hier haben fünf Zentren im Erfassungsjahr 2008 eine In-Hospital-Letalität von über 5% dokumentiert und liegen damit außerhalb des Referenzbereiches. Angesichts der sehr geringen Fallzahlen pro Krankenhaus in diesem Leistungsbereich können die Auffälligkeit eines Krankenhauses sowie die große Spannweite der Ergebnisse auch statistisch bedingt sein.