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Einleitung

Tabelle 1: Definition der Risikofaktoren

Die Krankenhaussterblichkeit (In-Hospital-Letalität) wird als sehr wichtiger Qualitätsindikator nach herzchirurgischen Eingriffen betrachtet. Das Ergebnis eines Krankenhauses hängt dabei nicht allein von der Qualität der erbrachten Leistung ab, sondern wird unter anderem durch Vorerkrankungen, unterschiedliche Schweregrade der Grunderkrankung und auch krankheitsunabhängige Merkmale wie zum Beispiel Alter oder Geschlecht seiner Patienten beeinflusst. Die Krankenhaussterblichkeit hängt also auch davon ab, welches Risikoprofil die Patienten eines Krankenhauses aufweisen. Ein Krankenhaus, in dem sehr häufig Hochrisiko­patienten behandelt werden, lässt in der Regel eine höhere Letalität erwarten als ein Krankenhaus mit wenigen Hochrisikopatienten. Ein schlechteres Ergebnis muss in solchen Fällen nicht automatisch eine schlechtere Qualität der Versorgung bedeuten.

Erst eine angemessene Berücksichtigung unterschied­licher Risiken im Patientenmix sorgt für einen fairen Vergleich der Krankenhäuser. Dazu werden risikoadjustierte Qualitätsdarstellungen genutzt. Um einen möglichen gemeinsamen Einfluss mehrerer Risiko­faktoren zu erkennen und zu gewichten, können multiple logistische Regressionsmodelle eingesetzt werden, deren Ergebnisse in einem weiteren Schritt zur Berechnung risikoadjustierter Letalitätsraten ge­nutzt werden können. Bekannte Beispiele sind die seit 1996 regelmäßig vom New York State Depart­ment of Health (1996 bis 2008) herausgegebenen Cardiac Surgery Reports oder der im europäischen Raum weit verbreitete additive oder logistische EuroSCORE (Roques et al. 1999, Michel et al. 2003). Beim Vergleich deutscher herzchirurgischer Kliniken mittels EuroSCORE stellte sich heraus, dass die er­wartete Krankenhaussterblichkeit inzwischen zum Teil deutlich überschätzt wird. Um einen fairen Ver­gleich der deutschen Krankenhäuser untereinander zu ermöglichen, hat die BQS gemeinsam mit der Fachgruppe Herzchirurgie einen logistischen Score für die isolierte Koronarchirurgie (KCH-SCORE) auf der Grundlage aktuellerer Daten entwickelt (BQS-Qualitätsreport 2004).

Für die isolierte Aortenklappenchirurgie (AKL-Score) und die kombinierte Bypass- und Aorten­klappen­chirurgie (KBA-Score) stehen für die BQS-Bundes­auswertung 2008 erstmals eigens entwickelte Risikoadjustierungsmodelle für die Krankenhaus­sterblichkeit zur Verfügung. Diese wurden aktuell auf der Basis des BQS-Bundesdatenpools 2008 berechnet. Um für die isolierte Koronarchirurgie eine sowohl inhaltliche als auch zeitlich vergleichbare Interpretationsbasis zu gewährleisten, wurde der KCH-Score nun ebenfalls auf die BQS-Bundesdaten 2008 neu angepasst und liegt somit in Version 3.0 vor (KCH-Score 3.0).