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Referenzbereiche

Teil der Entwicklung der Auswertungskonzepte ist die Definition von Referenzbereichen. Um die Ver­sorgungsqualität adäquat bewerten zu können, muss ein Vergleich mit Zielvorgaben oder Erwartungs­­werten erfolgen. Diese normativ gesetzten oder empirisch abgeleiteten Ziele sind von den BQS-Fachgruppen für fast alle Qualitätsindikatoren in Form von Referenzbereichen festgelegt worden.

Für die Festlegung der Referenzbereiche werden nationale und internationale Leitlinien, wissenschaftliche Fachliteratur und Referenzerhebungen (klinische oder epidemiologische Register, deutsche oder internationale Erhebungen zur Infektions­epidemio­logie, Qualitätssicherungs­projekte) genutzt. Die Fachgruppen und die BQS prüfen, ob die Daten aus diesen Quellen mit den BQS-Ergebnissen vergleichbar sind. Die Vergleichbarkeit kann hauptsächlich wegen unterschiedlicher Definitionen, unter­schiedlicher Patientenkollektiven oder unterschiedlicher Beobachtungszeiträume eingeschränkt sein. Diese Vorgehensweise folgt internationalen Stan­dards (JCAHO 1990, Mainz 2003, Sens et al. 2007).

Referenzbereiche werden nach Zielbereichen und Toleranzbereichen unterschieden:

  • Zielbereich: Gestützt auf wissenschaftliche Untersuchungen wird definiert, welches Ergebnis als gute Qualität anzusehen ist. Für diese Indi­katoren wird ein fester Wert als Referenz­be­reichs­grenze festgelegt.
  • Toleranzbereich: Für einige Indikatoren lässt sich keine sichere Grenze festlegen, die erreichbar gute Qualität beschreibt. Hier wird der Referenz­bereich so festgelegt, dass er besonders auffällige Ergebnisse abgrenzt. Dies kann sowohl über einen festen Wert als auch über ein Perzentil erfolgen (Perzentil-Referenzbereich).

Ergebnisse innerhalb der Referenzbereiche werden als unauffällige Versorgungsqualität bewertet. Ergeb­nisse außerhalb der Referenzbereiche kennzeichnen rechnerische Auffälligkeiten, die einer weitergehenden Analyse im Strukturierten Dialog bedürfen.