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Was ist Risikoadjustierung?

 Tabelle 1:
Methoden zur Adjustierung von Qualitätsin­di­ka­toren

Ein einfacher, rein deskriptiver Vergleich der Behand­lungsergebnisse von Krankenhäusern ohne Be­rücksichtigung von Einflussfaktoren würde zu unzulässigen Fehlschlüssen führen: Krankenhäuser mit überwiegend Niedrigrisiko-Patienten würden besser bewertet als solche mit einem großen Anteil an Hochrisiko-Patienten. Die Risikoadjustierung verfolgt das Ziel, alle wesentlichen Einflussfaktoren zu erkennen und zu berücksichtigen, die direkte Aus­wir­kun­gen auf die Ergebnisqualität beziehungsweise die gemessenen Qualitätskennzahlen haben. Eine ge­eignete Risikoadjustierung gleicht den Einfluss von patientenindividuellen Risiken (wie zum Beispiel Schwere der Erkrankung, Begleiterkrankungen, Alter, Ge­schlecht, Operationsmethode) aus und berücksichtigt unterschiedliche Verteilungen dieser Risiken zwischen den Leistungserbringern (Patientenmix).

Tabelle 2: Anwendungsfelder für Qualitätsindikatoren

Der Anteil der Ergebnisindikatoren im BQS-Ver­fahren lag im Erfassungsjahr 2008 bei 65% (127 der 206 Qualitätsindikatoren in den verpflichtend zu dokumentierenden Leistungsbereichen). Besonders bei Ergebnisindikatoren erfordert ein fairer Ver­gleich zwischen Krankenhäusern eine Risikoadjus­tierung, die bei der Ergebnisberechnung Unter­schiede im Risikoprofil der behandelten Patienten zwischen den Krankenhäusern berücksichtigt (Iezzoni 2003, Ash et al. 2003, BQS 2005).

Die Adjustierung von Qualitätsindikatoren im BQS-Verfahren erfolgt daher auf der Basis von bekannten, in der Literatur beschriebenen oder in Vorjahres- und Sonderauswertungen identifizierten Einfluss­fak­toren. Die BQS-Auswertungskonzepte für das Erfassungsjahr 2008 berücksichtigen die verfügbaren Verfahren zur Risikoadjustierung. Einen Überblick über die eingesetzten Adjustierungsverfahren mit Beispielen liefert Tabelle 1.

Qualitätsindikatoren können für sehr unterschied­liche Anwendungen in der Qualitätsbewertung der Leistungserbringung im Gesundheitswesen eingesetzt werden (Tabelle 2). Die Anforderungen an die Risikoadjustierung variieren dabei zwischen den Anwendungsfeldern.