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Dr. Christof Veit

Bestehendes verbessert, Neues auf den Weg gebracht

Dr. Christof Veit

Der vorliegende BQS-Qualitätsreport 2008 liefert um­fangreiche Ergebnisse zur Qualität der medizinisch-pflegerischen Versorgung in den Krankenhäusern im Jahr 2008. Detaillierte Bewertungen, Handlungs­em­pfeh­lun­gen und erläuternde Texte runden diesen Report ab. Darüber hinaus werden auch Daten aus dem Strukturierten Dialog dargestellt, der im Jahr 2008 geführt wurde. Diese Daten zeigen, an welchen Stellen und in welchem Umfang Verbesserungs­­potenziale erkannt und genutzt wurden.

Erfreulich ist, dass die Anzahl der Qualitätsindi­ka­­toren mit besonderem Handlungsbedarf rückläufig ist. 2007 wurde dies bei 20, 2008 nur noch bei 15 Qualitätsindikatoren festgestellt (siehe Tabelle 1). Besonderer Handlungsbedarf bedeutet, dass über die Standardmaßnahmen im Strukturierten Dialog hinaus eine gemeinsame Anstrengung auf Bundes- und Landesebene unter Einschluss der Fach­ge­sellschaften zur Qualitätsverbesserung als dringlich erforderlich angesehen wird. Entsprechende Aktivi­täten hat der Gemeinsame Bundesausschuss bereits initiiert.

In einer engen Kooperation von BQS, Fachgruppen und Landesgeschäftsstellen konnten in diesem Jahr die Rechenregeln für die BQS-Qualitätsindikatoren über einen Monat eher zur Verfügung gestellt werden, so dass auch den Krankenhäusern ihre Aus­wer­tun­gen entsprechend früher zugesandt wurden. Es blieb dadurch mehr Zeit, um im Strukturierten Dialog gezielt an der Verbesserung der medizinischen Ver­sorgung zu arbeiten. Dies ist besonders wichtig in einem Jahr, in dem die Krankenhäuser zum dritten Mal ihre Qualitätsberichte veröffentlichen, unter anderem auch mit den Ergebnissen in ausgewählten Qualitäts­indikatoren. Die von den BQS-Fach­gruppen mit Hilfe des QUALIFY-Instrumentes als für eine Publikation geeignet identifizierten Qualitäts­kenn­zahlen haben sich bewährt und große Akzeptanz gefunden. An dieser Stelle sei noch einmal darauf verwiesen, dass auch die Kennzahlen, die nicht zur Veröffentlichung empfohlen sind, für die Quali­tätssicherung von großer Bedeutung sind. Vielfach handelt es sich um Indikatoren mit einer eingeschränkten Risiko­ad­jus­tierung, wie zum Beispiel die Sterb­lichkeit nach Ersatz­opera­tion eines Hüftgelenkes. Für eine Veröffentlichung müssten etliche Risiko­faktoren der Patienten zusätzlich erfasst werden, um einen fairen Vergleich zu ermöglichen. Der Doku­mentationsaufwand hierzu wäre im Vergleich zum Nutzen jedoch sehr erheblich. Daher werden bei diesem Indikator alle Todesfälle im Struk­tu­rierten Dialog analysiert, wo­durch Aufwand nur für die wenigen, kritischen Fälle getrieben werden muss und die Qualitäts­ver­besserung gezielt gefördert werden kann.

Tabelle 1: Indikatoren mit besonderem Handlungsbedarf

In zwei Bereichen werden im nächsten Jahr neue Verfahren eingeführt. Die seit etlichen Jahren auf der Landesebene etablierte Neonatalerhebung wird in bundeseinheitlicher Version sektorspezifisch eingesetzt. In einem späteren Schritt können dann die Daten aus der Neonatalerhebung, die die kindliche Behandlung beschreiben, mit den Daten der Behandlung der Mutter in der Geburtshilfe für eine umfassendere Qualitätssicherung verbunden werden. Künftig werden auch die Implan­tation und der Wechsel von implantierbaren Defibrilla­to­ren dokumentiert und qualitätsgesichert. Darüber hinaus hat die BQS Konzepte für die Qualitätssicherung behand­lungsassoziierter Infektionen (nosokomiale Infek­tio­nen) und das seit Jahren angestrebte Endo­pro­thesen­register entwickelt, die für eine Umsetzung zur Verfügung stehen.

An dieser Stelle sei auch im Namen des ganzen BQS-Teams wieder allen sehr herzlich gedankt, die diesen BQS-Qualitätsreport 2008 ermöglicht haben: dem Gemeinsamen Bundesausschuss als Auftrag­geber, den Mitarbeitern der Krankenhäuser, den Ärzten, Pflegekräften und Patientenvertretern in den Fachgruppen auf Bundes- und Landesebene, unseren Kolleginnen und Kollegen in den Landes­geschäfts­stellen und allen, die zu unserer Arbeit in vielfältiger Weise beigetragen oder diese kritisch und konstruktiv begleitet haben.

Düsseldorf, im Juli 2009

Dr. Christof Veit
Geschäftsführer der BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung gGmbH